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Wir, das sind ziemlich viele Beine: Vier mal zwei Beine plus drei mal vier Beine plus zwei mal vier Beine - ach ja - plus ca. 70 paar Flossen.... nee, so geht das nicht.
Fangen wir ‘mal mit mir an. Ich bin Aimo Von Vaeroey - hört sich gut an, gell? Mein Bruder Akim und ich wurden am 27. Dezember 2000 geboren. Wir waren der erste “Wurf” von unseren Eltern “Benji”, der eigentlich Sverre Nysom heißt, und Foxi Lunda. Wir waren auch der erste Wurf im Hause unserer Menschen und sollten ursprünglich beide mit zehn Wochen in andere Familien umziehen. Bei Akim hat das auch geklappt. Er lebt jetzt in einer sehr netten Familie in Wehrheim bei Frankfurt/M. Ich sollte eigentlich nach Holland umziehen, zu einer Familie, die schon einen Lundehund hat. Das hat aber nicht geklappt. So wurde ich älter und älter - andere Interessenten gab es viele, aber keiner sagte meinen Menschen so richtig zu. Frauchen sagt, sie wollten - sie konnten mich einfach nicht hergeben. Nett nicht? Als Akim von seiner neuen Familie abgeholt wurde, lagen in unserem Haus lauter Trauerklöße herum. Alle waren sehr traurig - ich auch. Mich bekommen keine zehn Pferde mehr hier weg.
Machen wir ‘mal weiter mit meinen Menschen, Familie Wollnick. Da ist Frauchen, Anja Wollnick, die schon immer, aber auch wirklich immer, mit einem Hund leben wollte. Da ist Herrchen, Thomas Wollnick, der immer
dagegen war, weil man für Tiere eine große Verantwortung über eine lange Zeit übernehmen muss, sagte er. Und da sind noch unsere “kleinen” Frauchen, Jessica (1986) und Alice (1989), die natürlich kräftig mithalfen,
Herrchen davon zu überzeugen, dass es bestimmt richtig wäre, einen Hund aufzunehmen.
Nach jahrelanger Überzeugungsarbeit, im Frühjahr 1996, war es dann endlich so weit: Man hatte sich längst darüber geeinigt, dass es unbedingt der Norwegische Lundehund sein sollte und so fuhren Herrchen und Frauchen
mit den beiden Mädchen eines Tages nach Dänemark - zuerst zu Aksel Kristiansen auf Fyn, um die Hunde anzusehen. Da es aber zuvor mit der telefonischen Absprache nicht so gut funktioniert hatte (Aksel sprach kein
deutsch und Frauchen noch kein Dänisch) merkten sie erst, als sie dort waren, dass Aksel gar nicht mehr züchtete! Schade, aber nun hatten sie die Lundehunde in Natur gesehen und waren nicht mehr zu bremsen. Sie
hatten noch eine Adresse von Jytte Nysom ein paar Kilometer weiter... in der Nähe von Kopenhagen! Ihr statteten sie einen sehr spontanen Überraschungsbesuch ab, über den sie sich noch lange wunderte. Nach einer
Stunde musste meine Familie nämlich schon wieder abreisen, weil die Fähre gebucht war. Aber nun hatten sie meine Großeltern kennengelernt und - waren erst recht nicht mehr zu halten. Mein Papa wurde “bestellt”.
Jytte ist also sozusagen unsere “Urmutter” und sie hat Herrchen und Frauchen immer zur Seite gestanden. Wir sind bei ihr immer willkommen. “Jytte, Benji hat Durchfall, was mach’ ich nur?” “Foxi benimmt sich so
merkwürdig, warum tut sie das nur?” “Panik - Foxi hat Wochenbettdepressionen, was müssen wir tun?” Und Jytte weiß auf alles eine Antwort.
Zwei Monate später fuhr die ganze Familie noch einmal zu Jytte, um meinen Papa auszusuchen. Und wieder zwei Monate später fuhren sie noch einmal hin, um ihn abzuholen. So fing alles an.
Au weia, so viel geschrieben, und das war erst der Anfang.
Meine Menschen müssen ja von Benji, meinem Papa, ganz begeistert gewesen sein. So begeistert, dass sie meinten, er müsse unbedingt eine Partnerin bekommen - diesmal soll übrigens mein Herrchen die treibende Kraft
gewesen sein. (Na ja, wenn man sieht, wie er sie herumschleppt und sie ihm zu Füßen liegt...). Da meine Menschen ohnehin einmal in Norwegen Urlaub machen wollten, wurde nun also Sofie Schönheyder kontaktiert. Sofie
ist die Welpenvermittlerin und Ehrenmitglied im “Norsk Lundehund Klubb”. Sie ist schon über achzig Jahre alt, das darf man ruhig sagen. Von ihrer geistigen Beweglichkeit kann sich manch ein junger Mensch eine
Scheibe abschneiden, sagt Frauchen. Sofie hat sich viele, viele Jahre sehr für die Lundehunde eingesetzt.
Sofie studierte nun also Papas Ahnentafel, um ein passendes Mädchen auszusuchen, das einmal meine Mama werden sollte - wenn schon, denn schon richtig - und wurde fündig. Da gab es ein bildhübsches Lundiemädchen, das
genau zu meinem Papa passte und die kam von Väröy! Das ist eine Lofoteninsel und die Ursprungsinsel aller heute noch lebenden Lundehunde.
So fuhren nun also im Sommer 1998 mein Herrchen und meine Frauchen samt Wohnwagengespann nach Norwegen. Der Urlaub war irgendwie Nebensache geworden. Am Ende dieses Urlaubes war meine Mama 10 Wochen alt und somit alt
genug für einen Wechsel. Da man es nicht schaffen konnte, innerhalb von drei Wochen mit Wohnwagengespann, Kind und Kegel bis zu den Lofoten zu fahren und wieder zurück, kam Mama Foxi mit dem Flugzeug nach Oslo
geflogen. Ich habe die Videoaufnahmen von ihrer Ankunft gesehen - es ging ihr wirklich gut und sie war mopsfidel.
Die letzten Tage ihres Urlaubs verbrachte meine Familie übrigens auf dem Campingplatz “Schönheyder”, wie Svein, Sofies Mann, es genannt hat. In Oslo war nämlich kein Campingplatz mehr zu bekommen und so wurden sie
von Familie Schönheyder eingeladen, ihr Quartier in deren großem Garten aufzuschlagen. Ein anschließender Besuch im Sommerquartier von Sofie und Svein war der schönste Abschluss des Urlaubs, schwärmt Frauchen.
Nun waren sie zu zweit und verstanden sich vom ersten Tag an richtig gut. Papa spielte mit Mama und half, sie zu erziehen. Und Mama guckte sich alles von Papa ab - ihre Erziehung war ein Klacks, sagt Frauchen.
Schließlich war Papa schon damals sehr gut erzogen, er hatte mehrere Begleithundeprüfungen sehr gut bestanden. Bald war auch meine Mama jede Woche auf dem Hundeplatz anzutreffen und hatte ebenfalls rucki zucki
ihre Prüfungen bestanden.
Und wie kam ich ins Spiel? Siehe Der erste Wurf
Und ich bin inzwischen drei Jahre alt. Frauchen sagt, ich sei noch immer ein Rüpel. Finde ich gar nicht nett. Sie sagt, ich würde wohl nie erwachsen werden - aber mal ehrlich: wer will das schon?
Euer Aimo
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